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Schnurrhaare von Katzen verraten einiges über die Gemütsverfassung

Spannung, Aufmerksamkeit oder Ausgeglichenheit: Die Schnurrhaare von Katzen verraten einiges über die Gemütsverfassung der Stubentiger. Außerdem haben sie eine differenzierte Lautsprache.

Schnurrhaare Katze

Warum die hornigen Tasthaare am Maul, über den Augen und an den Rückseiten der Vorderpfoten Schnurrhaare heißen, ist nicht eindeutig geklärt. Mit dem Schnurren der Katze schließlich haben die äußerst berührungsempfindlichen „Antennen“ rein gar nichts zu tun. „Schnurhaare sind in erster Linie Wahrnehmungsorgane“, sagt Katzenexpertin und Buchautorin Helga Hofmann, „gewissermaßen Sensoren für den Nahbereich.“ Sie bewahren die Katze zum Beispiel vor Augenverletzungen, ermöglichen ihr, Dinge in unmittelbarer Nähe, aber außerhalb ihres Blickfeldes, genau zu erkunden und helfen ihr, sich auch bei Dunkelheit völlig sicher zu bewegen.

Zudem geben die langen Tasthaare Aufschluss über die Stimmung der Katze. „Um die Körpersignale der Samtpfote richtig zu verstehen, ist es wichtig, sie immer im Zusammenhang zu betrachten“, rät Hofmann.
Ein Beispiel: Angelegte Ohren können sowohl Angst als auch Angriffsbereitschaft anzeigen. Der Blick auf den Schnurrbart schafft Klarheit: Sträubt er sich nach vorn, kann man damit rechnen, dass die Katze ihr Gegenüber gleich angreifen wird. Sind die Schnurrhaare dagegen eng ans Gesicht angelegt, ist Angst die beherrschende Stimmung.

„Außerdem verfügen die Stubentiger über eine sehr differenzierte Lautsprache“, ist sich Katzenbuch Autorin Brigitte Eilert-Overbeck sicher. „Diese benutzen sie nicht nur, um mit ihren Artgenossen zu kommunizieren – sie reden auch mit ihren Menschen und erwarten, dass sie verstanden werden.“ Das berühmte „Miau“ zum Beispiel wird unter ausgewachsenen Katzen kaum gebraucht, der Mensch hingegen bekommt es oft und in unterschiedlichen Tonlagen zu hören -fordernd, wenn die Katze hungrig ist oder die Balkon- oder Terrassentür geöffnet haben möchte; erwartungsvoll, wenn ein Leckerbissen gereicht wird; ärgerlich, wenn die geliebte Tagesroutine durcheinander gerät und klagend, wenn, sie von ihrem Menschen nicht die gewünschte Aufmerksamkeit bekommt. Mit gurrenden Tönen oder zartem Maunzen „plaudern“ einander wohl gesinnte Katzen miteinander. Auch ihren Menschen begrüßt die
Samtpfote gern mit einem gurrenden „Murr“ und freut sich, wenn er den Gruß in ihrer Sprache zurückgibt. Antwortet sein Halter auf zartes Maunzen mit freundlicher Ansprache, genießt der Stubentiger das als verbale Streicheleinheit.

Eine schnurrende Katze zeigt an, dass sie friedlich gestimmt ist, meist auch zufrieden. Manche Samtpfote gern mit einem gurrenden „Murr“ – und freut sich, wenn er den Gruß in ihrer Sprache zurückgibt. Antwortet sein Halter auf zartes Maunzen mit freundlicher Ansprache, genießt der Stubentiger das als verbale Streicheleinheit. Eine schnurrende Katze zeigt an, dass sie friedlich gestimmt ist, meist auch zufrieden. Manche Samtpfote schnurrt auch, um einen stärkeren Artgenossen zu beschwichtigen, um sich selbst Mut zu machen (etwa beim Tierarzt) oder um Schmerzen zu lindern, wenn sie verletzt ist. Die beim Schnurren erzeugte Vibration hat einen heilsamen Einfluss auf das Knochengerüst. Fauchen oder „Spucken“ (ein sehr explosiver Laut) ist eine typische Abwehrdrohung: Die Katze fühlt sich bedrängt und will ihren Gegner zum Rückzug veranlassen, Knurren oder Grollen, das sich bis zum Kreischen steigern kann, ist ,,Begleitmusik“ zur Angriffsdrohung und oft Auftakt zu einer Prügelei unter Rivalen. Ins Droh-Repertoire gehören auch die berühmten Katergesänge. Die Heulstrophen sind also alles andere als Liebeslieder – „verliebte“ Kater plaudern in zärtlich gurrenden Tönen mit ihrer Auserwählten. Sieht ein Stubentiger am Fenster einen Vogel vorbeifliegen oder erblickt eine andere unerreichbare Beute, stößt er oft eine Lautfolge aus, die sich wie ein Schnattern oder Keckern anhört.

Kleine Anleitung zum „Schnurrbart-Lesen“

Seitlich ausgerichtete, leicht hängende Schnurrhaare: Ruhige, ausgeglichene Stimmung.
Leicht nach vorn gekippte Schnurrhaare: Aufmerksamkeit.
Nach vom auseinander gefächerte Schnurrhaare: Wachsende Aufmerksamkeit, mit zunehmender Fächerung ansteigende Spannung, Aktionsbereitschaft, in Kombination mit „spielenden“ Ohren auch Ärger und Angriffslust.
Angelegte Schnurrhaare: Gebremste Neugier, Vorsicht, Zurückhaltung, aber bei normal aufgerichteten Ohren und entspannter Schwanzhaltung durchaus kein Unbehagen.

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