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Was Tierfreunde für Straßenhunde tun können

In diesem Artikel geht es zwar nicht um Katzen, dafür aber um streunende Hunde. Ich finde, dieses Thema sollte man auch ansprechen und darüber nachdenken!

Ein Herz für Streuner

StreunerMillionen Deutsche verbringen ihren Urlaub im Süden. Doch die Ferienstimmung ist unter Umständen schnell getrübt, wenn ihnen streunende Hunde begegnen. In Spanien, Italien oder auch Griechenland sind jede Menge von ihnen unterwegs. „Da muss man doch was tun!“, denken dann viele Tierfreunde. Und wer das wirklich will, der kann das auch. Sie sollten aber wissen: Streuner sind in aller Regel keine Kuscheltiere.

Besonders schlimm sei die Situation in Ländern, in denen es keine ernsthaften Konzepte gegen eine unkontrollierte Vermehrung der Tiere gibt. „Leider ist das in fast allen süd- und osteuropäischen Ländern der Fall“, sagt Magdalena Scherk von der Tierrechtsorganisation PETA in Gerlingen. Für viele Straßenhunde bedeute jeder Tag den Kampf ums Überleben, sagt Magdalena Scherk. Nach Fressbarem suchen die Vierbeiner auf Müllhalden oder im Haushaltsmüll, Im besten Fall werden sie von Touristen, Tierschützern oder Anwohnern notdürftig versorgt. Trotzdem sind viele der Hunde unterernährt und krank.

Wer im Internet sucht, wird viele Seiten von Gruppen finden, die sich für Streuner im Ausland engagieren und sie an deutsche Halter vermitteln. Doch nicht alle sind seriös: Schwarze Schafe haben es allein auf das Geld gutgläubiger Tierfreunde abgesehen. Eine seriöse Organisation wird vor Ort und auch bei den Tierfreunden zu Hause kontrollieren, ob sie die richtigen für den Vierbeiner sind. Außerdem informiert sie Interessenten bereitwillig und ausführlich über den körperlichen und psychischen Zustand eines in Frage kommenden Hundes.

Hund im TierheimAuch die TV-Moderatorin Sonja Zietlow wollte etwas für streunende Hunde tun und hat daher auf Mallorca den Verein Dingo gegründet. „Wir päppeln kranke, herrenlose Hunde wieder auf, suchen Pflegestellen für Sie, vermitteln die Vierbeiner an tierliebe Menschen in Deutschland und helfen anderen Tierschutzvereinen“, umreißt Sonja Zietlow die Aufgaben ihres Vereins.

Die Moderatorin und ihre Mitstreiter suchen zum Beispiel laufend nach „Flugpaten“, die Hunde im Flieger nach Deutschland mitnehmen. „Dort haben wir Pflegestellen, bei denen die Tiere so lange bleiben können, bis sie von Tierfreunden adoptiert werden.“ Dingo vermittle keine Hunde nur nach Ansicht auf einem Foto. „Wer einen unserer Schützlinge adoptieren will, kann ihn in der Pflegestelle mehrmals besuchen.“ Nur auf diesem Weg lasse sich feststellen, ob die Chemie zwischen dem Zwei- und dem Vierbeiner stimmt.

Längst nicht alle Urlauber dürften schon vor der Reise wissen, dass sie Streuner unterstützen wollen. Wer deshalb vor Ort nicht weiß, an wen er sich wenden kann, dem rät Sonja Zietlow, beim örtlichen Tierheim vorbeizuschauen. „Die Mitarbeiter dort wissen am besten, wie man helfen kann.“

Wer sich entschieden hat, einen Hund zu adoptieren, muss unbedingt die Einführungsbestimmungen beachten, sagt Katrin Umlauf vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. So seien ein EU-Heimtierpass und bestimmte Impfungen wichtig. „Seriöse Vereine kümmern sich darum.“
Katrin Umlauf rät Interessenten darüber hinaus, vorher möglichst viel über den Vierbeiner in Erfahrung zu bringen. Sonst könnte es Probleme geben: „Straßenhunde sind es gewohnt, für sich selbst zu sorgen. Sie jagen gerne und kennen keine geschlossenen Räume.“ Daher müsse das Tier voraussichtlich zunächst einmal an der Leine geführt werden. Und nicht immer könne man ihm all diese Angewohnheiten abtrainieren.

„Teilweise sind Streuner nicht gut auf Menschen sozialisiert, weil sie in ihren Heimatländern oft von ihnen verjagt wurden“, erläutert Umlauf, Auch deswegen sei es wichtig, die Vorgeschichte des Hundes zu kennen. „Hat er mal in einer Familie gelebt, die ihn irgendwann nicht mehr wollte, kommt er besser mit Menschen klar als seine Artgenossen, die von Geburt an auf der Straße gelebt haben.“

Streuner im TierheimSonja Zietlow hat mit vielen Straßenhunden andere Erfahrungen gemacht: „Sie wissen genau, wie sie sich den Zweibeinern gegenüber verhalten müssen, um etwas zu fressen zu bekommen. Außerdem spüren sie schnell, wer gut zu ihnen ist und von wem sie lieber Abstand halten sollten.“ Klar hätten auch Straßenhunde ihre Macken. „Aber wer hat die nicht?“

Katrin Umlauf findet es aber nicht in jedem Fall gut, die Hunde aus ihrer Umgebung zu nehmen. „Viele haben sich eingelebt und würden es nur als Stress empfinden, wenn man sie plötzlich in eine fremde Familie bringt.“ Manchmal bringe es mehr, Vereine zu unterstützen, die vor Ort helfen und sich darum kümmern, dass sich die Hunde nicht mehr ungebremst vermehren. „Davon haben alle Tiere etwas.“

Übrigens: Wer sich für herrenlose Hunde und Tiere engagieren möchte, der kann dies auch hier tun und in den regionalen Tierheimen nachfragen!

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