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Warum markieren Katzen ihr Revier

Zu den natürlichen Verhaltensweisen der Katzen gehört das Markieren ihres Territoriums (Reviers). Es gibt zwei Arten der Markierung:

  1. das Markieren durch Duftsignale (chemisches markieren) und
  2. das Markieren durch optische Signale (optisches markieren).

150351_3305Beim chemischen markieren, also durch Duftsignale, werden senkrecht stehende Gegenstände, wie Bäume, Steine, Hauswände, Zaunpfosten, Mülltonnen, etc. hauptsächlich durch Duftstoffe aus den Analdrüsen der Katzen markiert. Eine frei laufende Katze gibt damit ihren Artgenossen zu verstehen, dass sie dieses Gebiet bereits für sich beansprucht. So können sich andere Tiere im Freien gut orientieren und merken sofort, wenn sie ein fremdes Territorium betreten. Natürlich hinterlassen sie auch in bereits markierten Revieren ihre eigene Duftnote, was dann wiederum das alteingesessenen Tier warnt: Achtung, hier gibt es einen Rivalen. Besonders zur Paarungszeit ist das Markier-Verhalten der Tiere stark ausgeprägt. Sowohl Kater als auch Kätzinnen machen sich mit ihren Duftstoffen aufeinander aufmerksam. Im Gegensatz dazu vergräbt jede Katze ihre Exkremente in lockerer Erde, um evtl. Feinde nicht auf sie aufmerksam zu machen.

Auf dem Lande hat eine Katze meist ein sehr ausgedehntes Revier, das sie in regelmäßigen Abständen kontrolliert und durch erneutes Markisen sichert. Nimmt sie dabei den Geruch einer anderen Katze wahr, wird sie versuchen, deren Geruch durch ihren eigenen zu überdecken und fortan diese Stellen häufiger besuchen, um mögliche Rivalen schnellstmöglich zu vertreiben. In den Städten sind die Territorien der Katzen nicht so weit ausgedehnt und überschneiden sich recht oft. Dabei haben diese Stadtkatzen gelernt, ihren Nachbarn entweder zu akzeptieren oder ihm aus dem Weg zu gehen. Dabei spielt es keine große Rolle, ob es sich um ein männliches oder weibliches Tier handelt, denn jedes Tier braucht sein eigenes Revier zum jagen, spielen, schlafen, fressen und zur Fortpflanzung.

Bei Wohnungskatzen aber wird das Markieren ihres Reviers zu einem sehr unangenehm riechenden Übel. Vor allem die Duftmarken des geschlechtsreifen Katers sind von sehr penetranter Intensität und sind auch nur schwer von markierten Möbeln oder Zimmerwänden zu entfernen. Die beste Behandlung ist hier eine rechtzeitige Vorbeugung durch Kastration, ein relativ kleiner operativer Eingriff durch den auch die Erzeugung der Duftstoffe gestoppt wird. Zwar wird der Kater nach wie vor an bestimmten Stellen seinen Schwanz heben und markieren wollen, aber es werden keine übel riechenden Spritzer mehr verteilt.

Das optische Markisen spielt eine eher untergeordnete Rolle. Katzen mit Freilauf haben nicht nur ihren Lieblingsplatz an dem sie z. B. ungestört aufs Klo gehen, oder wo sie am besten beobachten oder schlafen können, sondern auch einige Lieblingsbäume, an denen sie ihre Krallen schärfen können. Optische Markierungen sind Kratzspuren an Bäumen und  das ständige Begehen bestimmter Wege im Revier, wodurch z. B. das Gras nicht so hoch wächst. Diese Wege wird dann jede Katzenmutter ihren Jungen beim ersten Spaziergang zuerst zeigen, weil sie die sichersten sind.

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